Die Götter
Aus Enzyklopädie Germanien
Die Götter teilen sich in zwei Geschlechter auf, in die Asen und in die Wanen. Die größte Gruppe bilden die Asen, an deren Spitze Odin bzw. Wotan steht. Alle Götter weisen menschliche Eigenschaften auf, und keiner von ihnen ist unfehlbar. Diese Götter werden alle während der Götterdämmerung oder Ragnarök (Verhängnis der Götter) sterben. Die Götterdämmerung ist der letzte Kampf vor dem Weltuntergang. Später wird die Welt wie unberührt wieder neu entstehen. Und die Asen sammeln sich auf dem Idafeld.
Nach der Jüngeren Edda wohnen zwölf Asen in Asgard. Sie herrschen über die Welt und die Menschen, allerdings beschränkt durch das Schicksal, das nur die Nornen im vollen Umfang kennen. Ihnen werden Eigenschaften wie Stärke, Macht, Kraft etc. zugeschrieben. Sie sind weitgehend vermenschlicht, haben also einen irdischen Alltag.
Den Wanen als Götter des Herdfeuers, des Ackerbaus etc. werden Eigenschaften wie Fruchtbarkeit, Erdverbundenheit, Wohlstand zugeschrieben.
Nach einem mythologischen Kampf (dem Vanenkrieg) gegen die Asen mussten die Wanen den Asen den Meeresgott Njörd und dessen Kinder, die Zwillinge Freyja und Freyr, als Geisel stellen, um den Frieden zu bewahren. Im Austausch erhielten die Wanen den Asen Hoenir sowie den weisen Riesen Mimir.
Die Germanen haben ihre Götter nicht in Wände eingeschlossen. Sie bauen also keine Tempel, kennen keine sakrale Architektur in Holz oder Stein, wie wir sie etwa bei Kelten und Slawen und natürlich bei den Römern finden. Vielmehr verehren sie ihre Götter unter freiem Himmel, auf Waldlichtungen und in heiligen Hainen und an heiligen Wassern, stehenden und fließenden. (Tacitus)
